Das radelnde Kind - Haften Kinder im Straßenverkehr?

Das radelnde Kind - Haften Kinder im Straßenverkehr?

Die Antwort lautet: vielleicht! Denn es kommt immer auf die Überforderungssituation des Kindes an. Bei Verkehrsunfällen mit Kindern bis zum 10. Lebensjahr tritt eine verschärfte Haftung gegenüber diesen Kindern ein; der Kfz-Halter kann sich nicht darauf berufen, dass der Verkehrsunfall für ihn ein unabwendbares Ereignis war. Was ist aber, wenn ein 9-jähriges Kind z.B. mit seinem Fahrrad gegen ein auf dem Parkplatz abgestelltes Fahrzeug fährt? Der BGH hatte in einem Fall dem Fahrzeughalter einen Schadensersatzanspruch zugestanden, als das Kind mit seinem Fahrrad auf einem Parkplatz zwischen den parkenden Autos fuhr und das Gleichgewicht verlor und umkippte und dabei gegen das geparkte Fahrzeug stieß. Was ist aber nun, wenn der Kfz-Halter vor einer rotes Licht abstrahlenden Ampel steht und das 9jährige Kind gegen das dort stehende Fahrzeug fährt? Hier entschied der BGH, dass das Kind nicht haftet, da es sich nicht um „ruhenden Verkehr“ handelt und das Fahrzeug nur verkehrsbedingt hält.
Client:
Grit Koschinski
Date:
September 14, 2016
Categories:
Anwalt, Verkehrsrecht
Tags:
Verkehrsrecht